Arten von Backlinks: Welche für SEO wichtig sind
Lerne die wichtigsten Backlink‑Typen, wie du ihre Qualität prüfst, technische Prüfmethoden anwendest und typische Fehler vermeidest.

Was ist mit "Arten von Backlinks" gemeint?
„Arten von Backlinks“ klassifiziert Links nach Quelle, Platzierung, Zweck und technischen Attributen. Entscheidend für SEO ist nicht nur die Kategorie, sondern ob ein Link glaubwürdig, relevant und für Ihre Ziele strategisch sinnvoll ist. In diesem Kapitel beschreibe ich gängige Linktypen, ihre Funktionsweise, wie Sie sie von außen verifizieren und welche Fehler Sie vermeiden sollten.
Kernbegriffe: Crawl — Index — Ranking
Treffen Sie Entscheidungen mit dem Unterschied zwischen Crawling, Indexierung und Ranking im Kopf: Crawling ist das Abholen von URLs, Indexierung ist das Speichern von Seiteninhalten, und Ranking ist die spätere Reihenfolge in den Suchergebnissen. Ein Link auf einer Seite, die Google nie crawlt oder indiziert, liefert in der Regel deutlich weniger SEO‑Signal als ein Link auf einer indizierten, redaktionell gepflegten Seite.
Wichtige Backlink‑Typen (Übersicht)
Nachfolgend die häufigsten Typen mit kurzer Einschätzung, wie wertvoll sie für SEO typischerweise sind, typische Risiken und wie Sie sie prüfen können.
Redaktionelle kontextuelle Links
Definition: Links, die von einem journalistisch oder redaktionell gepflegten Artikel stammen und organisch in den Text eingebettet sind.
Warum sie wichtig sind: Redaktionelle Links sind oft thematisch relevant, werden im redaktionellen Kontext gesetzt und sind deshalb für Suchmaschinen wertvoller als isolierte Verzeichnis‑ oder Footer‑Links.
Prüfen: Überprüfen Sie die HTML‑Quelle auf den Link, validieren Sie, dass er im gerenderten DOM sichtbar ist (Chrome DevTools → Elements), und kontrollieren Sie, ob die Seite von Google indexiert ist (Site:‑Abfrage als Indiz; für eigene Seiten URL Inspection).
Gastbeiträge (guest posts)
Definition: Artikel, die ein externer Autor auf einer fremden Website publiziert. Gastbeiträge können redaktionell hochwertig oder rein als Linklieferant gestaltet sein.
Bewertung: Gute Gastbeiträge fügen dem Publikum Mehrwert hinzu und sind thematisch passend; schlecht moderierte Gastbeiträge dienen oft nur dem Linkaufbau.
Prüfen: Achten Sie auf Autorenbio, redaktionelle Kontrolle, ob Links im Fließtext stehen oder nur in der Biografie, und ob rel‑Attribute korrekt gesetzt sind (siehe weiter unten).
Verzeichnisse & Branchenlisten
Definition: Einträge in thematischen Verzeichnissen oder Branchenlisten.
Bewertung: Qualitativ hochwertige, kuratierte Branchenlisten mit Nutzerwert können sinnvoll sein, besonders für lokale Sichtbarkeit. Große, unmoderierte Verzeichnisse sind in der Regel weniger wertvoll.
Footer‑ und site‑wide Links
Definition: Links, die auf vielen oder allen Seiten einer Domain erscheinen, typischerweise im Footer, der Seitenleiste oder im Template.
Bewertung: Site‑wide Links haben oft weniger Kontextspezifität; Suchmaschinen können deren Wert abschwächen. Sie können nützlich für Branding oder Navigation sein, sind aber selten so wertvoll wie einzelne redaktionelle Links.
Nutzergenerierte Links (Foren, Kommentare, UGC)
Definition: Links, die von Nutzern erzeugt werden — z. B. in Foren, Kommentarbereichen oder auf Community‑Plattformen.
Bewertung: Solche Links können Traffic bringen, sind aber oft mit rel="ugc" oder rel="nofollow" ausgezeichnet. Ihre SEO‑Wirkung ist kontextabhängig und wird von Suchmaschinen variabel gehandhabt.
Gesponserte und bezahlte Platzierungen
Definition: Links, die gegen Bezahlung oder Gegenleistung gesetzt werden — z. B. advertorials, gesponserte Beiträge oder bezahlte Bannerplatzierungen.
Wichtig: Google fordert, dass bezahlte Links korrekt gekennzeichnet werden (rel="sponsored" oder rel="nofollow"). Unzulässig maskierte bezahlte Links können von Suchmaschinen als Linkspam behandelt werden.
Resource‑ und Link‑Roundup‑Seiten
Definition: Kuratierte Listen mit nützlichen Ressourcen zu einem Thema (z. B. „Beste Tools für X“).
Bewertung: Wenn die Auflistung redaktionell kuratiert und thematisch passend ist, sind solche Links wertvoll. Automatisierte oder massenhaft platzierte „Roundups“ ohne Redaktionsstandard sind weniger relevant.
Pressemitteilungen und News‑Sites
Definition: Links in Pressemitteilungen oder Nachrichtenartikeln.
Bewertung: Nachrichtenportale können starke Signale liefern; gleichzeitig werden viele Pressemitteilungen nur verteilt und nicht redaktionell aufgegriffen. Prüfen Sie den Kontext und die Indexierbarkeit der Zielseite.
PBNs, gekaufte Netzwerke und manipulative Links
Definition: Netzwerke kontrollierter Domains, die ausschließlich oder überwiegend zum Zweck des Linkaufbaus betrieben werden.
Risiko: Solche Links sind häufig manipulativ. Suchmaschinen können sie identifizieren und ignorieren oder algorithmisch abstrafen. Setzen Sie auf transparente, redaktionelle Beziehungen statt auf undurchsichtige Netzwerke.
Technische und attributbezogene Unterscheidungen
Links unterscheiden sich auch durch HTML‑Attribute. Wichtige Punkte, kurz erklärt:
- Es gibt kein rel="dofollow"‑Attribut; „dofollow“ ist SEO‑Jargon für einen normalen Link ohne rel=nofollow/sponsored/ugc.
- rel="nofollow" wird von Google als Hinweis behandelt, nicht als harte Anweisung; die genaue Behandlung einzelner Links ist nicht öffentlich.
- rel="sponsored" ist für bezahlte/kompensierte Links vorgesehen; rel="ugc" für nutzergenerierte Inhalte.
Beispiel‑HTML (als Klartext): Eine normale Link: example. Gesponserter Link: example. UGC: example. Nofollow: example.
Wie Sie Backlinks von außen verifizieren — praktische Checkliste
Wenn Sie keinen Zugriff auf die Search Console des Publishers haben, nutzen Sie diese extern durchführbaren Prüfungen:
- HTML‑Quelle prüfen: Öffnen Sie die Seite und suchen Sie im Seitenquelltext nach dem Link‑HTML, um sicherzustellen, dass er tatsächlich in der Quelle enthalten ist (View‑Source).
- Gerendertes DOM prüfen: Öffnen Sie Chrome DevTools → Elements; manche Links werden per JavaScript eingefügt oder verborgen. Ein sichtbarer Link im gerenderten DOM ist aussagekräftiger für reale Nutzer.
- HTTP‑Header und Robots prüfen: curl -I https://publisher.example/path liefert Header‑Antworten (Statuscode, robots‑Header). Achten Sie auf 200/3xx/4xx/5xx und auf X‑Robots‑Tag.
- Crawler‑Simulation: Wenn Sie den Content sehen wollen, wie bestimmte User‑Agents ihn bekommen, nutzen Sie curl mit User‑Agent: curl -A "Mozilla/5.0 (compatible; Googlebot/2.1; +http://www.google.com/bot.html)" https://publisher.example/path
- Indexierungs‑Indizien: Die site:‑Abfrage (z. B. site:publisher.example "ein eindeutiger Satzauszug") gibt ein öffentliches Signal, ob Google die Seite kennt. Sie ist kein definitiver Indexierungsnachweis, aber nützlich. Für Ihre eigenen Seiten ist die URL Inspection in Google Search Console maßgeblich.
- Sichtbarkeit & Traffic‑Signale: Prüfen Sie, ob die Seite organischen Traffic hat (Publikationen, Social Shares) und ob sie organisch für relevante Themen rankt — das spricht für redaktionelle Relevanz.
- Kontextanalyse: Ist der Link thematisch sinnvoll eingebettet (Kontext, surrounding text) oder wirkt er isoliert/gekaufter Natur?
Häufige Fehler beim Umgang mit Backlinks
Vermeiden Sie diese klassischen Fehler:
- Nur auf Anzahl achten: Viele minderwertige Links bringen oft weniger als wenige hochwertige, thematisch passende Links.
- Indexierbarkeit ignorieren: Ein Link auf einer nicht gecrawlten oder nicht indizierten Seite liefert meist kein starkes Signal.
- Fehlerhafte Kennzeichnung bezahlter Links: Bezahlt platzierte Links müssen korrekt ausgezeichnet werden; andernfalls riskiert man, dass Suchmaschinen diese Verbindungen als manipulativ einstufen.
- Nur auf Metriken Dritter schauen: Kennzahlen wie Domain Authority oder Domain Rating sind Hilfsmittel, aber keine Google‑Signale. Prüfen Sie stattdessen Indexierbarkeit, redaktionelle Qualität und Traffic‑Signale.
Google‑Richtlinien und bezahlte Links
Google weist darauf hin, dass Links, deren Hauptzweck die Manipulation von Rankings ist, als Linkspam bewertet werden können. Bezahlt platzierte Links sollten mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" ausgezeichnet werden. Google kann solche Links ignorieren, als Linkspam behandeln oder algorithmische Anpassungen vornehmen; das ist etwas anderes als eine manuelle Maßnahme, die Google Search Console‑Nutzern als „Manual action“ angezeigt wird.
Wenn Sie auf Marktplätzen arbeiten oder Platzierungen einkaufen, stellen Sie sicher, dass Publisher Transparenz zu redaktionellen Prozessen und Kennzeichnungen bieten. Auf Marktplätzen wie BlogDrip sollten Sie gezielt nach Publishern suchen, die Indexierbarkeit, redaktionelle Kontrolle und Offenlegung zu bezahlten Platzierungen dokumentieren; prüfen Sie diese Angaben, bevor Sie eine Platzierung akzeptieren.
Strategische Empfehlungen
Richten Sie Ihre Linkstrategie an Nutzersignalen und Relevanz aus: Priorisieren Sie redaktionelle, thematisch passende Links auf indizierbaren Seiten. Kombinieren Sie unterschiedliche Linktypen (z. B. redaktionelle Links + Resource‑Listings) für Diversität, statt alles auf eine Quelle zu setzen.
Technische Qualität prüfen Sie mit der obenstehenden Checkliste. Für tiefergehende technische Prüfungen lesen Sie ergänzend den Zum Technical-SEO-Guide.
Wenn Sie konkrete Publisher‑Optionen prüfen, nutzen Sie Marktplätze gezielt: Filtern Sie nach redaktioneller Reichweite, Indexierbarkeit und klaren Kennzeichnungsregeln für gesponserte Inhalte. Publisher für Backlinks ansehen kann Ihnen dabei als Ausgangspunkt dienen.
Praktische Beispiel‑Checks (Kurz‑Workflows)
Schneller Check eines veröffentlichten Gastbeitrags:
- 1) View‑Source: Link‑HTML vorhanden?
- 2) DevTools: Link sichtbar und nicht mit CSS/JS verborgen?
- 3) curl -I für Header prüfen (Statuscode, Cache/robots/X‑Robots‑Tag).
- 4) Site:‑Abfrage als Indiz, ob die Seite in Google sichtbar ist.
Fazit
Nicht alle Backlinks sind gleich. Setzen Sie auf thematische Relevanz, redaktionelle Einbettung und technische Indexierbarkeit statt auf reine Mengenmetriken. Prüfen Sie Links immer technologisch (Quelltext, gerendertes DOM, Header) und inhaltlich (Kontext, Redaktion). Kennzeichnen Sie bezahlte Links korrekt und behalten Sie die Google‑Richtlinien zu Linkspam im Blick.
FAQ — Wie finde ich heraus, ob ein Link wirklich existiert?
Öffnen Sie die Seite, sehen Sie sich den Seitenquelltext an (View‑Source) und das gerenderte DOM in den DevTools. Ergänzend können Sie curl verwenden, um HTML oder nur Header abzurufen. Wenn der Link in der Quelltext‑ oder DOM‑Ansicht fehlt, existiert er für Nutzer nicht.
FAQ — Macht ein rel="nofollow"‑Link gar keinen SEO‑Wert?
rel="nofollow" wird von Google als Hinweis verstanden; die genaue Behandlung einzelner Links ist nicht öffentlich. Praktisch bedeutet das: nofollow‑Links können Traffic und Sichtbarkeit bringen, aber ihre direkte Rankingwirkung ist schwer vorherzusagen.
FAQ — Sind bezahlte Links per se verboten?
Bezahlte Links sind nicht grundsätzlich verboten, müssen aber transparent gekennzeichnet werden (rel="sponsored" oder rel="nofollow"). Ungekennzeichnete, manipulative Platzierungen können von Suchmaschinen als Linkspam gewertet werden.
FAQ — Wie bewerte ich Publisher, wenn ich keine Search Console‑Daten habe?
Nutzen Sie externe Prüfungen: Quelltext/DevTools, curl‑Headerchecks, site:‑Abfragen als Indiz und qualitative Kriterien wie redaktionelle Standards, Themenpassung und Leserinteraktion. Drittanbieter‑Metriken können ergänzen, dürfen aber nicht die einzige Entscheidungsgrundlage sein.
FAQ — Sollte ich alle Arten von Backlinks anstreben?
Nein. Priorisieren Sie Links nach Relevanz, redaktionellem Kontext und Indexierbarkeit. Eine ausgewogene Mischung kann sinnvoll sein, doch Qualität schlägt Menge.
Verwandte Artikel

Wie du hochwertige Backlinks für bessere SEO-Rankings erhältst
Praktische Anleitung: wie du hochwertige Backlinks findest, prüfst und langfristig für bessere Sichtbarkeit einsetzt.

Wie sich Backlinks von verschiedenen Seitenpositionen unterscheiden
Linkpositionen (im Text, Footer, Sidebar, Autorbox etc.) haben unterschiedliche SEO‑Relevanz — hier erfahren Sie die Mechanik, Verifikation und Fallstricke.

Was ist link building? Definition, Technik und Praxis
Link building bedeutet systematisches Sammeln thematisch relevanter Backlinks; dieser Guide erklärt Technik, Bewertungen, Prüfmethoden und Risiken.
